Inventur
Die Depression nach der Klatsche in Barcelona hatte noch lange Nachwirkungen.
Es geht dem Ende der Saison entgegen. Bei einem Blick auf die Tabelle wird klar: Jedes Spiel zählt. Bleibt die Konkurrenz ähnlich instabil wie in den Wochen zuvor, ist sogar noch die Meisterschaft drin; eigentlich irrsinnig, aber warum denn nicht?
Trotzdem war mir das Ergebnis schon vor dem Spiel irgendwie egal, denn spätestens nach dem Hinspiel gegen Barca ist den meisten klar geworden, dass gar nichts mehr klar ist und niemand gerade so recht weiß, wo die Reise hingehen soll.
Muss schon wieder ein radikaler Schnitt her? Und soll dieser beim Trainer anfangen?
Ich geb’s ja zu: Über eine Niederlage gegen Frankfurt hätte ich mich vielleicht sogar gar nicht geärgert, wenn der Trainer danach gegangen wäre. Mit Klinsmann bin ich noch nie warm geworden; als Nationaltrainer nicht und jetzt als Bayern-Trainer auch nicht. Lange wollte ich glauben, dass sich schon noch alles zum Guten wenden würde – und dann kam Barcelona und zeigte, dass es bei einigen Spielern an den absoluten Basics mangelt.
Aber kann der Trainer etwas dafür?
Es wäre schön und fast schon beruhigend, wenn man diese Frage mit einem klaren Ja oder Nein beantworten könnte, aber so einfach ist es leider nicht.
Natürlich, auch sowas fällt in den Zuständigkeitsbereich des Trainers, aber der steht im Endeffekt nicht auf dem Platz. Und wenn eine Mannschaft dann auseinanderbricht wie gegen Wolfsburg oder Barca, dann steht der Trainer draußen und ist die arme Sau, egal ob er Klinsmann, Magath oder Hitzfeld heißt. Da muss sich die Mannschaft dann schon selbst an der Nase packen. Wenn man was aus dem ganzen Debakel gelernt hat, dann sollte es die Erkenntnis sein, welchen Spielern dringend ein Vereinswechsel aufgezwungen werden soll. Ich hoffe, dass es hier wirklich mal ernsthafte Konsequenzen gibt.
Und da wären wir bei einem Punkt, der in letzter Zeit bei all dem Wirbel um Klinsmann gerne mal übersehen wird. Wie sah denn nach dem Investitionssommer 2007 die Einkaufspolitik der Vereinsführung aus? Man verließ sich darauf, dass eine Mannschaft, die auch schon 07/08 deutliche Schwächen zeigte, sich weiterentwickelt, und holte noch einen Borowski in die Mannschaft. Im letzten Moment kam dann noch Oddo als Leihgabe von Milans Bank. Die Transfers von Gattuso und Flamini scheiterten leider, einen Plan B gab es offensichtlich nicht. Jansen und später Kroos wurden abgegeben/ausgeliehen.
Man dachte, dass mit Klinsmann noch mehr aus der bestehenden Mannschaft herauszuholen sei, aber zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, als ob es nicht ginge. Und damit sind wir wieder beim Trainer. Verbietet er es Lell/Oddo, nahe beim Gegner zu stehen? Verbietet er es Schweinsteiger, annehmbare Flanken zu schlagen? Verbietet er es Demichelis, sichere Pässe zu schlagen?
Nein.
Es sieht vielmehr so aus, als hätten einige Spieler in der letzten Saison wohl an ihrem Limit gespielt. Mit anderen Worten: Auch Klinsmann kann nicht aus Scheiße Gold machen.
Und wenn man schon den vielbeschworenen internationalen Vergleich ziehen will: Wie lange hat ManU gebraucht, um wieder regelmäßig in der ersten europäischen Reihe zu stehen? Barca? Liverpool? Eben. Zu oft wurde in den letzten Jahren der kurzfristige Erfolg über langfristige Planungen gestellt. Und zu oft musste man sich mit mittelmäßigen Spielern durchwurschteln, die in den großen Spielen den Schwanz einzogen und ihre wahres, erschreckendes Gesicht zeigten.
Inventur ist angesagt.
Es geht dem Ende der Saison entgegen. Bei einem Blick auf die Tabelle wird klar: Jedes Spiel zählt. Bleibt die Konkurrenz ähnlich instabil wie in den Wochen zuvor, ist sogar noch die Meisterschaft drin; eigentlich irrsinnig, aber warum denn nicht?
Trotzdem war mir das Ergebnis schon vor dem Spiel irgendwie egal, denn spätestens nach dem Hinspiel gegen Barca ist den meisten klar geworden, dass gar nichts mehr klar ist und niemand gerade so recht weiß, wo die Reise hingehen soll.
Muss schon wieder ein radikaler Schnitt her? Und soll dieser beim Trainer anfangen?
Ich geb’s ja zu: Über eine Niederlage gegen Frankfurt hätte ich mich vielleicht sogar gar nicht geärgert, wenn der Trainer danach gegangen wäre. Mit Klinsmann bin ich noch nie warm geworden; als Nationaltrainer nicht und jetzt als Bayern-Trainer auch nicht. Lange wollte ich glauben, dass sich schon noch alles zum Guten wenden würde – und dann kam Barcelona und zeigte, dass es bei einigen Spielern an den absoluten Basics mangelt.
Aber kann der Trainer etwas dafür?
Es wäre schön und fast schon beruhigend, wenn man diese Frage mit einem klaren Ja oder Nein beantworten könnte, aber so einfach ist es leider nicht.
Natürlich, auch sowas fällt in den Zuständigkeitsbereich des Trainers, aber der steht im Endeffekt nicht auf dem Platz. Und wenn eine Mannschaft dann auseinanderbricht wie gegen Wolfsburg oder Barca, dann steht der Trainer draußen und ist die arme Sau, egal ob er Klinsmann, Magath oder Hitzfeld heißt. Da muss sich die Mannschaft dann schon selbst an der Nase packen. Wenn man was aus dem ganzen Debakel gelernt hat, dann sollte es die Erkenntnis sein, welchen Spielern dringend ein Vereinswechsel aufgezwungen werden soll. Ich hoffe, dass es hier wirklich mal ernsthafte Konsequenzen gibt.
Und da wären wir bei einem Punkt, der in letzter Zeit bei all dem Wirbel um Klinsmann gerne mal übersehen wird. Wie sah denn nach dem Investitionssommer 2007 die Einkaufspolitik der Vereinsführung aus? Man verließ sich darauf, dass eine Mannschaft, die auch schon 07/08 deutliche Schwächen zeigte, sich weiterentwickelt, und holte noch einen Borowski in die Mannschaft. Im letzten Moment kam dann noch Oddo als Leihgabe von Milans Bank. Die Transfers von Gattuso und Flamini scheiterten leider, einen Plan B gab es offensichtlich nicht. Jansen und später Kroos wurden abgegeben/ausgeliehen.
Man dachte, dass mit Klinsmann noch mehr aus der bestehenden Mannschaft herauszuholen sei, aber zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, als ob es nicht ginge. Und damit sind wir wieder beim Trainer. Verbietet er es Lell/Oddo, nahe beim Gegner zu stehen? Verbietet er es Schweinsteiger, annehmbare Flanken zu schlagen? Verbietet er es Demichelis, sichere Pässe zu schlagen?
Nein.
Es sieht vielmehr so aus, als hätten einige Spieler in der letzten Saison wohl an ihrem Limit gespielt. Mit anderen Worten: Auch Klinsmann kann nicht aus Scheiße Gold machen.
Und wenn man schon den vielbeschworenen internationalen Vergleich ziehen will: Wie lange hat ManU gebraucht, um wieder regelmäßig in der ersten europäischen Reihe zu stehen? Barca? Liverpool? Eben. Zu oft wurde in den letzten Jahren der kurzfristige Erfolg über langfristige Planungen gestellt. Und zu oft musste man sich mit mittelmäßigen Spielern durchwurschteln, die in den großen Spielen den Schwanz einzogen und ihre wahres, erschreckendes Gesicht zeigten.
Inventur ist angesagt.
elmarinho - 14. Apr, 11:13


