Schadenfreude auf bayerisch
Selten konnte man in letzter Zeit ein Spiel des FCB so entspannt verfolgen. Die Tore fallen, der Gegner bricht auseinander und zähneknirschend gibt sogar Marcel Reif zu, dass das da gar nicht mal so schlecht ist, was die Bayern hier abziehen. Gekrönt wird das Ganze dann noch von einer Kneipe, in der sich Bremer, Lauterer, Turner und vielleicht sogar ein paar Schalker versammelt haben, um DER SENSATION beizuwohnen. Tja, liebe Leute, da habt ihr geifernd eure Messer zu früh gewetzt, denn so einfach ging’s dann doch nicht.
Und weil wir gerade bei Schadenfreude sind: Es war schon fast eine Augendweide, wie Thomas Müller den Franz (also den Maik jetzt, nicht den Kaiser) ein ums andere Mal nass gemacht hat. Nicht dass ich was gegen den ehemaligen Karlsruher hätte, im Gegenteil; aber die Fouls vom letzten Samstag hatte ich auch noch nicht vergessen (auch wenn Müller durch seine Flugeinlagen da natürlich mit Schuld dran war).
Marcel Reif durfte als Kommentator natürlich nicht fehlen, und da gab es ja diese schöne Kolumne vor dem Spiel, in der er sich in aller Deutlichkeit mit van Gaal und seiner bisherigen Arbeit beim FCB auseinander setzt – selbstverständlich in altbewährter Reifscher Objektivität, die ihn immer dann ergreift, wenn die Roten aus München das Thema sind. Umso verwunderter durfte man dann schon ob des engelszungengleichen Lobes sein, das die Silberlocke für unser Spiel parat hatte. Möglicherweise war es nur meine spezielle Wahrnehmung, aber ich glaube gehört zu haben, dass er sich gleichzeitig einen Kugelschreiber in die Hand gerammt hat, um diesen Schmerz zu überwinden.
Ähnliches hätte auch gut und gerne Olaf Thon widerfahren dürfen. Dass gerade in turbulenteren Zeiten jeder, der irgendwann mal was mit dem FCB zu tun hatte (und sei es nur als Zeugwart des Kreisligisten, bei dem man vor fünf Jahren mal ein Vorbereitungsspiel gemacht hat), aus seinem Kämmerlein kommt und seinen alten Senf abgibt, ist ja ein normaler Vorgang, der an mir abperlt; aber wenn ehemalige Spieler sich zu Statements wie „van Bommel ist überschätzt“ oder „diesen Pass hätte ich ihm nicht zugetraut“ aufschwingen, dann steigt auch bei mir kurzfristig der Blutdruck und ich mache mal wieder die Schublade mit der Aufschrift „Nicht mal Greenkeeper“ auf... Furchtbar, sowas, wurde auch zu Recht von van Bommel höchstselbst Lügen gestraft. Aber das ist wohl Thons schlechter Umgang auf Schalke.
In sich hineinlachen wird zur Zeit wohl auch van Gaal. Sein Weg kam und kommt ja bei vielen noch nicht so gut an, wobei man bei Gomez fairerweise sagen muss, dass er sich einwandfrei verhält und hier keinen auf beleidigte Leberwurst macht; so kommt es mir zumindest vor. Dass er sich das „anders vorgestellt“ hat, ist ja nur zu logisch. Der kommt als Nationalstürmer für einen Haufen Geld und mit 24 Toren im Gepäck nach München, trifft am Anfang auch noch und wird aber ob seines ansonsten eher durchschnittlichen Spiels auf die Bank gesetzt. Da machen wohl nur Geißböcke einen auf gute Laune. Und das ist auch gut so. Sympathisch auch, dass er nicht aufgestellt werden will, weil der Trainer Mitleid mit ihm hat (Ex-Verein und so), sondern weil er es sich durch Leistung verdient hat. Gomez muss sich nur ein Beispiel an Luca Toni nehmen, um zu sehen, wie man es bei van Gaal wieder in die Mannschaft schafft, auch wenn ihn viele schon auf dem Weg nach Italien sahen: Einsatz, kämpfen, beißen und sich für nix zu schade sein. Und gerade das hat man bei Gomez in letzter Zeit vermisst, denn es muss ihm jetzt egal sein, ob er zehn oder zwanzig Minuten vor Schluss bei welchem Spielstand auch immer reinkommt.
Ganz anders dagegen Demichelis, der immer noch in dem Glauben ist, einen Stammplatz im Vertrag stehen zu haben. Auch hier sollte ein Blick zu Toni genügen. Der hat nämlich auch erst wieder gespielt, als er sich seinen Startplatz verdient hatte. Da hat’s Micho natürlich gerade ziemlich schwer, weil unsere Innenverteidigung mit van Buyten (nur mal angenommen, man würde ihm eine Totengräberkluft geben: er würde ausschauen wie The Undertaker, oder?) und Badstuber momentan ganz gut funktioniert. Da muss er auch mal die Klappe halten und nicht zur nächsten Zeitung rennen, wenn ihm was nicht passt. Aber auch das ist ja bei ihm nix Neues. Schade, eigentlich.
Vorschlag zur Güte: Wie wär’s, wenn wir ihn mal als rechten Verteidiger ausprobieren (Lahm dann wieder auf links), denn recht viel schlechter als die bisherigen Varianten kann’s ja auch nicht sein. Warum Braafheid immer wieder spielt, ist mir einfach schleierhaft; andererseits ist Pranjic auch nicht gerade die Wucht.
So gesehen sind die beiden wohl die legitimen Nachfolger von Lell und Oddo.
Spielt der eine, wünscht man sich den anderen.
Und weil wir gerade bei Schadenfreude sind: Es war schon fast eine Augendweide, wie Thomas Müller den Franz (also den Maik jetzt, nicht den Kaiser) ein ums andere Mal nass gemacht hat. Nicht dass ich was gegen den ehemaligen Karlsruher hätte, im Gegenteil; aber die Fouls vom letzten Samstag hatte ich auch noch nicht vergessen (auch wenn Müller durch seine Flugeinlagen da natürlich mit Schuld dran war).
Marcel Reif durfte als Kommentator natürlich nicht fehlen, und da gab es ja diese schöne Kolumne vor dem Spiel, in der er sich in aller Deutlichkeit mit van Gaal und seiner bisherigen Arbeit beim FCB auseinander setzt – selbstverständlich in altbewährter Reifscher Objektivität, die ihn immer dann ergreift, wenn die Roten aus München das Thema sind. Umso verwunderter durfte man dann schon ob des engelszungengleichen Lobes sein, das die Silberlocke für unser Spiel parat hatte. Möglicherweise war es nur meine spezielle Wahrnehmung, aber ich glaube gehört zu haben, dass er sich gleichzeitig einen Kugelschreiber in die Hand gerammt hat, um diesen Schmerz zu überwinden.
Ähnliches hätte auch gut und gerne Olaf Thon widerfahren dürfen. Dass gerade in turbulenteren Zeiten jeder, der irgendwann mal was mit dem FCB zu tun hatte (und sei es nur als Zeugwart des Kreisligisten, bei dem man vor fünf Jahren mal ein Vorbereitungsspiel gemacht hat), aus seinem Kämmerlein kommt und seinen alten Senf abgibt, ist ja ein normaler Vorgang, der an mir abperlt; aber wenn ehemalige Spieler sich zu Statements wie „van Bommel ist überschätzt“ oder „diesen Pass hätte ich ihm nicht zugetraut“ aufschwingen, dann steigt auch bei mir kurzfristig der Blutdruck und ich mache mal wieder die Schublade mit der Aufschrift „Nicht mal Greenkeeper“ auf... Furchtbar, sowas, wurde auch zu Recht von van Bommel höchstselbst Lügen gestraft. Aber das ist wohl Thons schlechter Umgang auf Schalke.
In sich hineinlachen wird zur Zeit wohl auch van Gaal. Sein Weg kam und kommt ja bei vielen noch nicht so gut an, wobei man bei Gomez fairerweise sagen muss, dass er sich einwandfrei verhält und hier keinen auf beleidigte Leberwurst macht; so kommt es mir zumindest vor. Dass er sich das „anders vorgestellt“ hat, ist ja nur zu logisch. Der kommt als Nationalstürmer für einen Haufen Geld und mit 24 Toren im Gepäck nach München, trifft am Anfang auch noch und wird aber ob seines ansonsten eher durchschnittlichen Spiels auf die Bank gesetzt. Da machen wohl nur Geißböcke einen auf gute Laune. Und das ist auch gut so. Sympathisch auch, dass er nicht aufgestellt werden will, weil der Trainer Mitleid mit ihm hat (Ex-Verein und so), sondern weil er es sich durch Leistung verdient hat. Gomez muss sich nur ein Beispiel an Luca Toni nehmen, um zu sehen, wie man es bei van Gaal wieder in die Mannschaft schafft, auch wenn ihn viele schon auf dem Weg nach Italien sahen: Einsatz, kämpfen, beißen und sich für nix zu schade sein. Und gerade das hat man bei Gomez in letzter Zeit vermisst, denn es muss ihm jetzt egal sein, ob er zehn oder zwanzig Minuten vor Schluss bei welchem Spielstand auch immer reinkommt.
Ganz anders dagegen Demichelis, der immer noch in dem Glauben ist, einen Stammplatz im Vertrag stehen zu haben. Auch hier sollte ein Blick zu Toni genügen. Der hat nämlich auch erst wieder gespielt, als er sich seinen Startplatz verdient hatte. Da hat’s Micho natürlich gerade ziemlich schwer, weil unsere Innenverteidigung mit van Buyten (nur mal angenommen, man würde ihm eine Totengräberkluft geben: er würde ausschauen wie The Undertaker, oder?) und Badstuber momentan ganz gut funktioniert. Da muss er auch mal die Klappe halten und nicht zur nächsten Zeitung rennen, wenn ihm was nicht passt. Aber auch das ist ja bei ihm nix Neues. Schade, eigentlich.
Vorschlag zur Güte: Wie wär’s, wenn wir ihn mal als rechten Verteidiger ausprobieren (Lahm dann wieder auf links), denn recht viel schlechter als die bisherigen Varianten kann’s ja auch nicht sein. Warum Braafheid immer wieder spielt, ist mir einfach schleierhaft; andererseits ist Pranjic auch nicht gerade die Wucht.
So gesehen sind die beiden wohl die legitimen Nachfolger von Lell und Oddo.
Spielt der eine, wünscht man sich den anderen.
elmarinho - 31. Okt, 11:18



Na ja,...
Ich frage mich, ob die Generation der Sportkommentatoren, die sich rein aufs Sportliche konzentriert haben, ein für alle Mal ausgestorben ist? Leute wie Reif oder auch Bartels (am Mittwoch bei der ARD) sollten uns allen ein Riesengefallen tun und nur noch bei "Promi"-Ratesendungen ihren Narzißmus ausleben.
Luxusprobleme