Wenn es doch nur keinen Konjunktiv gäbe
Der Fußball findet ja bekanntlich im Indikativ statt und daher sparen wir uns mal lieber die Gedankenspiele, was gewesen wäre, wenn der FCB dann doch in Stuttgart gewinnen hätte können. Nur mal so am Rande: Nur noch zwei Punkte auf Platz eins wären’s gewesen. So sind’s immer noch vier, was angesichts der acht Punkte, die es schon mal waren, immer noch ok ist.
Auch wenn die Tendenz in den letzten Partien klar nach oben ging, hatte ich kein 100%ig gutes Gefühl vor dem Spiel in Stuttgart, denn die Ausgangslage war eigentlich zu gut: Bayern im Aufwind, Stuttgart im freien Fall. Dazu gaben die Konkurrenten vor uns teilweise überraschend Punkte ab. Eigentlich müsste ich jetzt schäumen und mich über mangelnde Einstellung beklagen, aber andererseits wurde am Samstag eben auch wieder klar, dass die Mannschaft wohl noch nicht ganz so weit ist, wie sie für Gewaltakte und „herbeigewollte“ Siege sein müsste. Bei allen Offensivbemühungen wurde weiterhin ziemlich defensiv gedacht. So kam’s mir zumindest vor.
Das Tor von Toni kurz vor Schluss wäre natürlich die Krönung und Wasser auf die Mühlen all derer gewesen, die das vielbeschworene Bayern-Dusel wieder zurückkommen sahen. Das wäre dann auch dem Linienrichter zu heikel geworden – und so entscheiden wir lieber mal auf Abseits. Hoppla, das hört sich jetzt schon wieder zu stark nach Verschwörungstheorie an.
Und da muss die Mannschaft noch dazu lernen. Im Ligaspiel gegen Frankfurt hat das beständige Spielen dazu geführt, dass am Ende der verdiente Siegtreffer heraussprang. Aber darauf sollte man sich nicht immer verlassen. Stattdessen sollte man von Anfang an oder zumindest schon viel früher so viel Druck aufbauen und diesen auch beständig hoch halten, dass der Gegner irgendwann nicht mehr kann. Dann muss man sich auch nicht über fünf Zentimeter hin oder her bei einer Abseitsentscheidung ärgern.
Woran liegt’s? Schwer zu sagen. Vom fußballerischen Grundgerüst schaut das alles sehr schön aus: Ordnung, klare Aufgabenverteilung, Spielkontrolle. Was momentan fehlt ist einerseits dieser allerletzte Zwang, mit dem die verdammte Kugel zum Schluss dann doch über die Linie gedrückt wird. Andererseits auch die überraschenden, kreativen Elemente, mit denen aus dem aktuellen Kader keiner aufwarten kann. Und dies ist nicht als Vorwurf an Mannschaft oder Trainer zu verstehen, bitteschön. Wenn man sich unser aktuelles Mittelfeld mal anschaut, dann sollte einem schnell klar werden, dass man mit spielerischer Brillanz und Tempo-Dribblings da erst mal nicht rechnen braucht: van Bommel, Tymoschtschuk, Schweinsteiger; der Einzige, der noch für lichte Momente sorgen kann, ist Müller – aber halt auch nicht ganz alleine.
Ich bin in diesem Fall da ganz bei Uli Hoeneß, der völlig zu Recht darauf hinweist, dass dem FCB ohne Ribéry und Robben halt ein nicht zu ersetzender Bestandteil fehlt. Und so muss man halt das Beste aus der aktuellen Situation machen.
Ich möchte hier wirklich nicht alles schönreden, aber man hat am Samstag doch ganz deutlich gesehen, dass viele Spieler immer noch mehr damit beschäftigt sind, die Grundordnung und das Spielsystem zu wahren als im Hurrastil mit der Brechstange permanent nach vorne zu laufen. Letzteres mag zwar ganz nett anzuschauen sein und manchmal auch die nötigen Ergebnisse liefern, aber ich denke, dass viele in dieser Hinsicht arg gebrannte Kinder aus dem Vorjahr sind, die das Spektakel erst mal lieber nach hinten stellen.
Und so möchte ich auch mit einer positiven Note schließen: Tymoschtschuk. Was hab ich mich über den in den letzten Wochen aufgeregt. Keine Übersicht, Fehlpässe, langsam. Und jetzt? Wie ausgewechselt. Da scheint einer verstanden zu haben, um was es hier geht und wie man in der Mannschaft bleibt. Und sowas freut mich immer immens (ähnlich wie es mich vorher genervt hat), denn solche Entwicklungen sind mit Blick auf die restliche Situation absolut essentiell.
Dass momentan eine Phase der Konsolidierung eintritt, sieht man sogar an Braafheid. Ja, auch bei ihm kann man eine Steigerung feststellen. Er verstolpert zwar immer noch Bälle und hat bei manchen Flanken ein katastrophales Stellungsspiel, aber zumindest in der Vorwärtsbewegung klappt das alles schon viel besser.
Irgendwie haben wir zwar in letzter Zeit nur noch solche Wochen, aber die nächsten beiden Heimspiele haben’s auch schon wieder in sich. Morgen gegen Bordeaux werden, so wie’s momentan aussieht, in der Champions League die Weichen für den weiteren Weg gestellt; und am Samstag kommt Schalke 04 – also die nächste Möglichkeit, Boden gutzumachen.
Ich sehe die momentane Lage zwar nicht rosarot, aber auch nicht ganz so dramatisch. Man sollte zwar, wie oben schon erwähnt, im Indikativ bleiben, aber die Aussicht, dass jetzt zumindest Robben wieder mitspielt und irgendwann auch Ribéry, lässt mich definitiv ruhiger schlafen.
Und wer weiß, vielleicht wird’s ja mit Ulis Weihnachtswunsch ja doch noch was.
Auch wenn die Tendenz in den letzten Partien klar nach oben ging, hatte ich kein 100%ig gutes Gefühl vor dem Spiel in Stuttgart, denn die Ausgangslage war eigentlich zu gut: Bayern im Aufwind, Stuttgart im freien Fall. Dazu gaben die Konkurrenten vor uns teilweise überraschend Punkte ab. Eigentlich müsste ich jetzt schäumen und mich über mangelnde Einstellung beklagen, aber andererseits wurde am Samstag eben auch wieder klar, dass die Mannschaft wohl noch nicht ganz so weit ist, wie sie für Gewaltakte und „herbeigewollte“ Siege sein müsste. Bei allen Offensivbemühungen wurde weiterhin ziemlich defensiv gedacht. So kam’s mir zumindest vor.
Das Tor von Toni kurz vor Schluss wäre natürlich die Krönung und Wasser auf die Mühlen all derer gewesen, die das vielbeschworene Bayern-Dusel wieder zurückkommen sahen. Das wäre dann auch dem Linienrichter zu heikel geworden – und so entscheiden wir lieber mal auf Abseits. Hoppla, das hört sich jetzt schon wieder zu stark nach Verschwörungstheorie an.
Und da muss die Mannschaft noch dazu lernen. Im Ligaspiel gegen Frankfurt hat das beständige Spielen dazu geführt, dass am Ende der verdiente Siegtreffer heraussprang. Aber darauf sollte man sich nicht immer verlassen. Stattdessen sollte man von Anfang an oder zumindest schon viel früher so viel Druck aufbauen und diesen auch beständig hoch halten, dass der Gegner irgendwann nicht mehr kann. Dann muss man sich auch nicht über fünf Zentimeter hin oder her bei einer Abseitsentscheidung ärgern.
Woran liegt’s? Schwer zu sagen. Vom fußballerischen Grundgerüst schaut das alles sehr schön aus: Ordnung, klare Aufgabenverteilung, Spielkontrolle. Was momentan fehlt ist einerseits dieser allerletzte Zwang, mit dem die verdammte Kugel zum Schluss dann doch über die Linie gedrückt wird. Andererseits auch die überraschenden, kreativen Elemente, mit denen aus dem aktuellen Kader keiner aufwarten kann. Und dies ist nicht als Vorwurf an Mannschaft oder Trainer zu verstehen, bitteschön. Wenn man sich unser aktuelles Mittelfeld mal anschaut, dann sollte einem schnell klar werden, dass man mit spielerischer Brillanz und Tempo-Dribblings da erst mal nicht rechnen braucht: van Bommel, Tymoschtschuk, Schweinsteiger; der Einzige, der noch für lichte Momente sorgen kann, ist Müller – aber halt auch nicht ganz alleine.
Ich bin in diesem Fall da ganz bei Uli Hoeneß, der völlig zu Recht darauf hinweist, dass dem FCB ohne Ribéry und Robben halt ein nicht zu ersetzender Bestandteil fehlt. Und so muss man halt das Beste aus der aktuellen Situation machen.
Ich möchte hier wirklich nicht alles schönreden, aber man hat am Samstag doch ganz deutlich gesehen, dass viele Spieler immer noch mehr damit beschäftigt sind, die Grundordnung und das Spielsystem zu wahren als im Hurrastil mit der Brechstange permanent nach vorne zu laufen. Letzteres mag zwar ganz nett anzuschauen sein und manchmal auch die nötigen Ergebnisse liefern, aber ich denke, dass viele in dieser Hinsicht arg gebrannte Kinder aus dem Vorjahr sind, die das Spektakel erst mal lieber nach hinten stellen.
Und so möchte ich auch mit einer positiven Note schließen: Tymoschtschuk. Was hab ich mich über den in den letzten Wochen aufgeregt. Keine Übersicht, Fehlpässe, langsam. Und jetzt? Wie ausgewechselt. Da scheint einer verstanden zu haben, um was es hier geht und wie man in der Mannschaft bleibt. Und sowas freut mich immer immens (ähnlich wie es mich vorher genervt hat), denn solche Entwicklungen sind mit Blick auf die restliche Situation absolut essentiell.
Dass momentan eine Phase der Konsolidierung eintritt, sieht man sogar an Braafheid. Ja, auch bei ihm kann man eine Steigerung feststellen. Er verstolpert zwar immer noch Bälle und hat bei manchen Flanken ein katastrophales Stellungsspiel, aber zumindest in der Vorwärtsbewegung klappt das alles schon viel besser.
Irgendwie haben wir zwar in letzter Zeit nur noch solche Wochen, aber die nächsten beiden Heimspiele haben’s auch schon wieder in sich. Morgen gegen Bordeaux werden, so wie’s momentan aussieht, in der Champions League die Weichen für den weiteren Weg gestellt; und am Samstag kommt Schalke 04 – also die nächste Möglichkeit, Boden gutzumachen.
Ich sehe die momentane Lage zwar nicht rosarot, aber auch nicht ganz so dramatisch. Man sollte zwar, wie oben schon erwähnt, im Indikativ bleiben, aber die Aussicht, dass jetzt zumindest Robben wieder mitspielt und irgendwann auch Ribéry, lässt mich definitiv ruhiger schlafen.
Und wer weiß, vielleicht wird’s ja mit Ulis Weihnachtswunsch ja doch noch was.
elmarinho - 2. Nov, 12:52


